„Ohne proaktives Management von Klimaschutz und Klimarisiken steigen Schäden, Ausgaben und wirtschaftliche Verluste – und die budgetären Spielräume schrumpfen. Budgetsanierung ohne Klimapolitik verschiebt Kosten daher nicht nur in die Zukunft, sondern erhöht sie erheblich“, erklärt Studienautorin Eva Preinfalk, Umweltökonomin am Wegener Center der Universität Graz sowie am Internationalen Institut für Angewandte Systemanalyse (IIASA). „Eine unmittelbare Ausgabenkürzung übersetzt sich dann in öffentliche Mehrausgaben und wirtschaftliche Nachteile, und der WAIT-Effekt belastet die öffentlichen Budgets vierfach.“
Im Überblick: „WAIT“ steht für Wettbewerbsfähigkeit, Anpassung, (fossile) Importe und Transferzahlungen:
- Wettbewerbsfähigkeit: Erneuerbare sind wirtschaftlich nunmehr klar die billigere Energieform, mittel- und langfristig wird auch Österreich am Weltmarkt auch nur mehr klimafreundliche Produkte verkaufen können. Verpassen wir diesen Umstieg, brechen nicht nur Wirtschaftsleistung und Einkommen im Inland weg, sondern auch die damit verbundenen Einnahmen für das öffentliche Budget.
- Anpassung: Kosten-Nutzen-Analysen von Anpassungs-Projekten zeigen klar, dass sich Investitionen in resiliente Infrastruktur oder eine angepasste Landwirtschaft mehrfach auszahlen: Jeder investierte Euro kann Schäden im Umfang des Fünffachen vermeiden. Konsequente Anassung vermeidet 80 % der klimabedingten Verluste an Wirtschaftsleistung in Österreich.
- (Fossile) Importe: In der Regel importiert Österreich jährlich fossile Energieträger im Wert von 8 bis 12 Milliarden Euro. In Zeiten hoher fossiler Energiepreise ist dieser Wert allerdings deutlich höher: 2022 waren es 18 Milliarden Euro. Durch den verstärkten Ausbau Erneuerbarer im Inland können wir diese Wertschöpfung ins Inland holen und die Resilienz gegenüber fossilen Preisschocks erhöhen.
Transferzahlungen: Hält Österreich seinen Klimazielpfad nicht ein, werden Transferzahlungen für Emissionsrechte anderer Länder in der EU fällig.
„Wer heute kürzt, zahlt morgen ein Vielfaches. Budgetäre Spielräume werden untergraben, wenn Klimarisiken nicht proaktiv gemanagt werden, und gerade in Zeiten hoher Unsicherheit – etwa durch geopolitische Krisen oder volatile Energiepreise – sind stabile öffentliche Finanzen entscheidend“, führt Umweltökonom Karl Steininger aus, der die Studie koordiniert hat. „Der Umstieg auf erneuerbare Energien und klimafreundliche Produkte ist gerade für das exportorientierte Österreich zentral, wenn unser Land wirtschaftlich erfolgreich bleiben will.“
Studie: Preinfalk, E., Salomon, M., Steininger, K. (2026). Budgetsanierung ohne Klimapolitik ist mehrfach kontraproduktiv. Studie im Auftrag des WWF Österreich. Wegener Center für Klima und Globalen Wandel, Universität Graz.
Rückfragen:
Eva Preinfalk: eva.preinfalk(at)uni-graz.at, 0316 380 8466
Matthias Salomon: matthias.salomon(a)uni-graz.at, 0316 380 7511
Karl Steininger: karl.steininger(a)uni-graz.at, 0664 8463147