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Mittwoch, 19.02.2014

Klimapolitik mit Sonne

Stahlproduktion mithilfe von Photovoltaik und der Kraft der Sonne? WissenschafterInnen am Wegener Center für Umwelt und Globalen Wandel errechnen die Wirtschaftlichkeit dieses Modells. Foto: RainerSturm/pixelio.de

Stahlproduktion mithilfe von Photovoltaik und der Kraft der Sonne? WissenschafterInnen am Wegener Center für Umwelt und Globalen Wandel errechnen die Wirtschaftlichkeit dieses Modells. Foto: RainerSturm/pixelio.de

ForscherInnen der Uni Graz entwickeln Modelle zur emissionsfreien Güterproduktion durch Photovoltaik

Photovoltaik-Anlagen könnten den notwendigen Strom liefern, um am Weltmarkt wichtige Güter nahezu emissionsfrei zu produzieren. Das hat die Forschungsgruppe „Ökonomik des Klima- und Umweltwandels“ unter der Leitung von Ao.Univ.-Prof. Dr. Karl Steininger vom Wegener Center für Klima und Globalen Wandel an der Karl-Franzens-Universität Graz in einem neuen Modell gezeigt. Die Ergebnisse ihrer Arbeit haben Steininger und sein Team kürzlich im Journal Energy Policy veröffentlicht.

Die Schwerindustrie gehört derzeit zu den größten Produzenten von CO2-Emissionen weltweit. Europäische Bemühungen, den Ausstoß von klimaschädlichem Kohlendioxid zu verringern, erfassen derzeit nur die Produktion innerhalb Europas. Allerdings werden Güter aus außereuropäischen Regionen importiert, die oft nicht umweltfreundlich produziert wurden. Die Idee der Politik, an den Grenzen Strafzölle für nicht-klimaneutrales Handelsgut einzuheben, lässt sich zwar rechtskonform realisieren, senkt aber die Emissionen weltweit nicht wesentlich.

„Statt Strafzölle einzuführen, die mitunter auch handelspolitische Konsequenzen nach sich ziehen, wäre es sinnvoller, über alternative Herstellungsverfahren, die auf nachhaltige Energiequellen zurückgreifen, nachzudenken“, erklärt Karl Steininger. So entstehen zum Beispiel CO2-Emissionen bei der Produktion von Roheisen, wenn Koks dazu verwendet wird, um den Sauerstoff aus dem Eisenerz herauszuholen. „Werden aber elektrische Verfahren eingesetzt, könnten Roheisen und damit Stahl in CO2-freier Produktion gewonnen werden“, führt der Ökonom aus. 

Kraft der Sonne
Wie die WissenschafterInnen, die im interuniversitären Schwerpunkt „Umwelt und Globaler Wandel“ kooperieren, in ihren Rechenmodellen gezeigt haben, liegt das größte Potenzial für rentable elektrische Energiegewinnung in der Photovoltaik: „Hier besteht der Vorteil vor allem darin, dass sich die Modulpreise nahezu im Sechs-Jahres-Takt halbiert haben.“ Grund dafür sei die ständige Weiterentwicklung der Technologien. In fünf bis sechs Jahren könnte eines der elektrischen Produktionsverfahren in der Stahlproduktion auf Basis von Photovoltaik für die Industrie rentabel sein. 

Publikation:
Schinko, T., Bendar-Friedl, B., Steininger, K., Grossmann, W. (2014), Switching to carbon-free production processes: Implications for carbon leakage and border carbon adjustment. Energy Policy (2014),

http://dx.doi.org/10.1016/j.enpol.2013.11.077


Kontakt:
Ao.Univ.-Prof. Dr. Karl Steininger
Wegener Center für Klima und Globalen Wandel
Karl-Franzens-Universität Graz
Tel.: 0664 84 63 147
E-Mail: karl.steininger(at)uni-graz.at 

Erstellt von Konstantinos Tzivanopoulos

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